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Waidgerechter Umgang mit FischenTeil 1: Wenn der Fisch zurückgesetzt wird

Jeder Angler freut sich über einen schönen Fisch am Haken. Doch nicht jeder Fisch darf oder soll auch entnommen werden. Gerade durch Schonzeiten, Mindestmaße und unsere Entnahmefenster kommt es regelmäßig vor, dass ein gefangener Fisch wieder zurückgesetzt werden muss. Dabei liegt es an uns Anglern, den Fisch so schonend wie möglich zu behandeln.

Das beginnt bereits beim Drill. Das verwendete Gerät sollte immer zur erwarteten Fischgröße passen. Ein unnötig langer Drill sieht vielleicht spektakulär aus, bedeutet für den Fisch aber vor allem Stress. Deshalb sollte man versuchen, den Fisch möglichst zügig und kontrolliert zu landen.

Beim Keschern verwende ich nach Möglichkeit einen ausreichend großen, gummierten Kescher. Darin verfangen sich die Flossen weniger und auch die Schleimhaut des Fisches wird geschont. Muss der Fisch aus dem Wasser genommen werden, sollte man ihn ausschließlich mit nassen Händen anfassen. Die Schleimschicht ist für den Fisch ein wichtiger Schutz gegen Verletzungen und Krankheitserreger und sollte möglichst wenig beschädigt werden.

Auch beim Abhaken gilt: Je schneller, desto besser. Eine Lösezange gehört deshalb für mich genauso zur Angelausrüstung wie Rute und Rolle. Muss der Fisch gemessen werden, sollte dies ebenfalls zügig geschehen. Am besten geschieht das auf einer feuchten Abhakmatte und nicht auf trockenem Gras, Sand oder Steinen.

Natürlich möchte man von einem besonderen Fang auch einmal ein Foto machen. Dagegen spricht nichts, solange alles vorbereitet ist und der Fisch nicht minutenlang an Land liegt, bis Handy oder Kamera endlich gefunden sind. Foto machen und anschließend den Fisch möglichst schnell wieder ins Wasser setzen.

Beim Zurücksetzen sollte der Fisch nicht ins Wasser geworfen werden. Ich setze ihn vorsichtig ins Wasser und gebe ihm einen kurzen Moment Zeit, bis er aus eigener Kraft davonschwimmt. Besonders bei hohen Wassertemperaturen ist ein schonender Umgang wichtig, denn dann bedeutet der Fang für viele Fischarten eine zusätzliche Belastung.

Eigentlich sind es nur wenige Handgriffe. Wenn Kescher, Zange, Maßband und Abhakmatte griffbereit liegen, dauert das Ganze meist nur wenige Augenblicke. Genau so sollte es sein.(