Massenhaftes Algenvorkommen in der Werra
Die Werra ist unser Heimatfluss und prägt unser Anglerleben wie kaum ein anderes Gewässer. Umso mehr sorgen uns Entwicklungen, die das natürliche Gleichgewicht beeinträchtigen. In diesem Bericht informieren wir über ein Problem, das uns jedes Jahr aufs Neue beschäftigt – das massenhafte Auftreten der Darmalge.
Die Darmalge ist eine Brackwasseralge, die in unseren Breiten nicht vorkäme, wenn K + S nicht jede Menge Salz in die Werra einleiten würde. Somit ist die Darmalge quasi aus dem Mündungsbereich der Weser und der Werra mutmaßlich durch Wasservögel emporgewandert und hat sich hier massiv etabliert. Mit schöner Regelmäßigkeit führt sie jedes Jahr (vom Frühjahr, Anfang/Mitte April bis in den August hinein) zu den treibenden Teppichen, die wir Angler nur allzu gut kennen, aber nicht allzu sehr schätzen.
Die Fluss-Angelei ist in den zuvor genannten Monaten meist nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Die günstigen Lebensbedingungen, also das künstlich erzeugte Brackwasser und die hohe Nährstofffracht, die die Werra durch andere negative Umwelteinflüsse mit sich führt, erzeugen in der Blütezeit der Darmalge diese massiven Algenteppiche.
Die sogenannten Algenteppiche sind so etwas Ähnliches wie Ableger: Die Pflanze blüht, füllt ihre Ableger mit Sauerstoff, diese reißen ab, treiben auf und die Pflanze kann an anderer Stelle wieder neu siedeln. Gäbe es die Einleitungen nicht, hätten wir andere Pflanzen, die sich explosionsartig vermehren würden. Diese würden dann die zur Verfügung stehenden Nährstoffe (Orthophosphat) entsprechend nutzen.
All diese Einleitungen und Einflüsse in unseren schönen Fluss sind für uns als schwierig und kontraproduktiv zu erachten. Und es liegt auch an uns, zu schauen, was wir in unsere Waschmaschinen geben, was wir in unsere Toiletten kippen. Denn was die Wenigsten wissen: Parfüme und alle möglichen chemischen Einleitungen (Reinigungsmittel, Kosmetika) können in Kläranlagen nicht abgebaut werden.
Mit großer Sorge verfolgen Gewässerschützer und Angler die Zunahme des Einsatzes von Wäscheparfüms und Duftstoffen in Weichspülern und anderen Wäschezusätzen, welche große negative Auswirkungen auf unsere Gewässer zur Folge haben werden. (TE)


